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Lead, follow or get out of the boat.

Liebe Leser:innen

Ab Mai sehe ich sie jedes Jahr auf dem See in St. Moritz, Ruderer morgens um 7 oder früher. Leichter Nebel auf dem See, das Wasser so glatt wie ein Spiegel. Ein Boot verschwindet im Nichts, elegant und mit graziösen Bewegungen der Ruderer. Ich denke mir. Muss das schön sein!

So denke ich mich durch den ganzen Juni und die Sehnsucht, auf dem See mit diesem schmalen, eleganten Ruderboot dahin zu gleiten wächst. Ich mag es, Neues zu lernen und so beschloss ich, dieses Jahr einen Ruderkurs zu absolvieren. Zehn Stunden auf dem Zürichsee brachten Klarheit. Meine Begeisterung traf auf mitreissendes Gewässer! Um gut zu rudern, brauchst du jeden Teil deines Körpers. Du setzt deine Arme, Beine und deine Mitte ein, um den Antrieb zu stärken. Du hörst die motivierenden Worte des Steuermanns. Die Hände führen die Skulls, die Füsse drücken sich von den Brettern ab. Das Tempo steigt. Eine unglaublich schöne Dynamik.

Rudern ist ein exzellentes Teambuilding
Friedhard Teuffel, Leiter der Sportredaktion des Tagesspiegels in Berlin, befasste sich mit dem Buch "The Boys in the Boat." So lautet der englische Originaltitel von Daniel James Browns Buch über den Achter der USA, der 1936 in Berlin olympisches Gold gewann.  
Es fängt damit an, wie aus acht Ruderern und einem Steuermann eine Mannschaft wächst. Sie beginnen als Konkurrenten, denn jeder kämpft um einen Platz, niemand kann sich sicher sein, nicht doch noch ausgebootet zu werden. Als die Besetzung dann steht, darf von jetzt auf gleich nichts mehr zwischen sie passen. Beim Rudern gibt es keine Alleingänge wie bei einem Mannschaftsspiel. Schön paradox ist dabei, dass der Kleinste den Ton angibt als Steuermann. Für Brown ist es „das vielleicht grösste Missverhältnis im Sport überhaupt“. Vor allem verlangt das Rudern Disziplin. Körperliche, weil ein Rennen laut Physiologen so anstrengend ist wie zwei Basketballspiele unmittelbar hintereinander. Nach 300 der 2000 Meter beginnen meist die Schmerzen und sie werden im Laufe eines Rennens immer heftiger. Aber wohl fast mehr noch mentale Disziplin. Pause auf dem Wasser? Gibt es nicht". 
Ich fragte mich, auf welche Ressourcen kann ich aus meiner Tätigkeit mit Pferden zurückgreifen? 
Oder: «Wie viele Basketballspiele dürfen es denn sein?»  Da waren sie wieder die Prinzipien und Werte aus dem Horsemanship:

Die 7 universellen Checkpoints

Vom ersten bis zum siebten Punkt alle erfüllt.

Führen oder Folgen
Es war mir klar, hier verlasse ich mich auf Profis. Ein Faktum der Folgen leicht macht.

Mentale, emotionale und physische Fitness
Wie auch bei den Pferden, es gehören alle drei Aspekte zusammen. Hand, Herz und Kopf agieren zusammen. 

Fokus, Gefühl, Timing, Balance
Darauf kommt es an. Diese Skills entscheiden über rudern oder baden gehen. Die Boote sind sehr schmal und der Zweier in St. Moritz erscheint mir wie eine dicke Stecknadel. Gerade sitzen, den Fokus halten, die Schultern nach unten und synchron mit dem Steuermann über den spiegelglatten See gleiten...für mich ein unbeschreiblich tolles Gefühl.

Nach der Aufnahme in den Ruderklub St. Moritz war es am 1. September 21 so weit! Ich durfte mit Benno, einem Klubkollegen, das erste Mal in St. Moritz auf dem See rudern. Nach zwei Runden sagte er zu mir: Bravo Liz, die zweite Runde war doch schon ganz harmonisch. Wir können weiterhin zusammen rudern.

Ich bleibe im Boot, baden gingen wir noch nicht. Mein Ziel ist nätürlich der Skiff (der Einer), noch etwas schmaler, das verschiebe ich wohl auf den Sommer 22, dann ist das Wasser wieder wärmer.

Allen einen schönen Herbst, der Indian Summer beginnt im Engadin. Vielleicht sehen wir uns!

Herzlich

Liz

 

Meine Tipps für euch!

Mit Mut fangen die schönsten Geschichten an.

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For Ladies only
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Hier hat es noch 4 Plätze frei.

 

 

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Ich freue mich, dich an einem dieser Anlässe begrüssen zu dürfen.
Bis dahin eine gute Zeit!

Liz Heer

Publiziert am von Liz Heer

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