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Thementag: Denken besser verstehen

Es ist stärker, als du dir vorstellen kannst und kleiner, als du vielleicht annimmst. Es hat Platz auf deiner Hand. Dafür hat es durchaus sein Gewicht, ungefähr 1,3 Kilogramm. Seine Leistungsfähigkeit ist enorm. 100 Milliarden Nervenzellen sind rund um die Uhr beschäftigt. Sie steuern die Funktionen deiner Organe, die Bewegungen des Körpers und alle mentalen und emotionalen Vorgänge. Es hat die Macht dich aus der Bahn zu werfen oder dich in Ekstase zu versetzen. Sein Name: Gehirn.

Kein Computer arbeitet so komplex und schnell wie dein Gehirn. Es ist unentwegt im Einsatz, prüft Neues, verwirft Untaugliches, analysiert Relevantes, verknüpft die einzelnen Bausteine mit vorhandenen Elementen, leitet diese an die zuständigen weiterverarbeitenden Bereiche, überprüft erneut und legt Verwertbares im Langzeitgedächtnis ab. Verknüpfungen, die über längere Zeit nicht genutzt werden, bauen die Nervenzellen ab, andere, die häufig aktiv sind, aus.
Interessant ist, dass das Gehirn für das Verarbeiten neuer Inhalte eine eigenen Gangart hat: Es denkt im 3-Sekunden-Takt. Strömen Informationen schneller auf Nervenzellen ein, geraten diese aus dem Takt und nehmen nicht alles auf. Dann strengt es an, aufmerksam zu bleiben. Einen ganzen Film möchtest du sicher nicht im Zeitraffer sehen und Schnellsprechern hörst du auch nicht sehr gern zu. Auch wenn Neues zu langsam in deinem Gehirn ankommt, stört das den Arbeitsrhythmus der Nervenzellen. Das kennst du: Wenn jemand sehr langsam spricht oder ein Film zu lange und ruhige Einstellungen aufweist, schläfert das ein. Biete deinem Gehirn also öfter mal etwas Neues.

Entscheidungen trifft es durch Abstimmung mit bereits Bekanntem und Erlebtem. Da lohnt es sich, sein Denken einmal zu überdenken. Denn hin und wieder schlägt uns das Gehirn ein Schnippchen. Pferde denken anders, sie leben im Moment, in der Gegenwart, ihnen ist egal, was gestern war oder was morgen sein wird. Da stellt sich die Frage, was Menschen von Pferden lernen können? Ich kann dir versichern, eine ganze Menge!

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Foto: unsplash, Alina Grubnyak

Posted on by Liz Heer

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